Wieder Fohlen vom Wolf gerissen

Im Gebiet des Rodewalder Wolfs-Rudels im Landkreis Nienburg ist Anfang Februar wieder ein junges Pferd von einem Wolf gerissen worden. Das hat das niedersächsische Umweltministerium am Mittwoch bestätigt. Demnach wurde das Tier am 5. Februar tot auf einer Weide in Neustadt am Rübenberge im Ortsteil Nöpke gefunden. Es war eines von zehn Tieren auf der Weide.

Ob der Rodewalder Leitrüde das rund 200 Kilogramm schwere Fohlen gerissen hat, ist nach Angaben des Ministeriums unklar. Der Leitwolf mit der Code-Nummer „GW717M“ war offiziell zum Abschuss freigegeben, weil er im Umkreis von Nienburg wolfsabweisende Zäune übersprungen und dann Nutztiere gerissen hat. Weil beim Landgericht Oldenburg eine einstweilige Verfügung dagegen eingereicht wurde, ist diese Abschussfreigabe allerdings z.Zt. bis zur Entscheidung des Gerichtes ausgesetzt worden.

Umweltminister Olaf Lies warb in Zusammenhang mit dem gerissenen Fohlen für die Abschussgenehmigung. Dieser zeige eindeutig, dass „Handlungsbedarf“ bestehe. Die größte Herausforderung beim Artenschutz für den Wolf bestehe darin, die Akzeptanz in der Bevölkerung auch auf dem Lande auf Dauer zu sichern. „Das bedeutet unter Umständen auch, einzelne Tiere mit problematischem Verhalten zu entnehmen“, betonte Lies.

Erstmals war im April 2016 ein Wolf in Niedersachsen mit behördlicher Genehmigung abgeschossen worden, weil er einen Hund angegriffen und zuwenig Scheu vor Menschen gezeigt hatte. In Niedersachsen gibt es mittlerweile etwa 20 Wolfsrudel mit 200 bis 250 Tieren.