FN-Tagungen: LPO-Änderungen verabschiedet

Flexibler und liberaler – so wünschen sich viele Turnierteilnehmer und -veranstalter den Pferdesport. Unter diesem Motto standen daher auch die Änderungen im Regelwerk, die vom der Beirat Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) bei den FN-Tagungen in Hamburg mit großer Mehrheit beschlossen wurden.

Bislang ein No-Go, künftig aber möglich, sofern die Ausschreibung es erlaubt: der Start „außer Konkurrenz“, also ohne Wertung und ohne Platzierungsmöglichkeiten. Mit dieser Neuerung soll es Reitern mit einer zu hohen Leistungsklasse ermöglicht werden, ein Pferd zu Trainingszwecken in einer niedrigeren Prüfung zu starten. Ein Start „außer Konkurrenz“ ist daher nur in Prüfungen der Klasse E bis L und nicht in startplatzbegrenzten Prüfungen möglich. Die Pferde sind in anschließenden Prüfungen derselben Disziplin auf demselben Turnier nicht startberechtigt. Die Anzahl der zulässigen Starts je Reiter pro Prüfung sowie je Pferd pro Tag gilt inklusive der Starts „außer Konkurrenz“, ferner gelten die üblichen Voraussetzungen, d.h. das Pferd muss fortgeschrieben sein und der Reiter eine gültige Jahresturnierlizenz besitzen. Der Start „außer Konkurrenz“ muss mit der Erklärung der Startbereitschaft angemeldet werden.

Weitere Neuerungen betreffen vor allem Erleichterungen für die Veranstalter. So ist ihnen die Auszahlung von Geldpreisen künftig in allen nationalen Prüfungen freigestellt, nicht nur bis Klasse M sondern einschließlich Klasse S. Ferner dürfen weitere Veranstaltungsgebühren im Zusammenhang mit der Teilnahme an Turnieren erhoben werden, sofern sie in der Ausschreibung transparent aufgeführt und von der zuständigen Landeskommission bzw. der FN genehmigt wurden. „Tierärzte, Sanitätsdienst und andere Dienstleister rund ums Turnier verursachen immer mehr Kosten, die vom Veranstalter nicht allein durch Nenn- und Startgelder zu finanzieren sind. Gleichzeitig wird in jüngster Zeit immer deutlicher, dass die meisten Reiter bereit sind, gute Rahmenbedingungen auch zu honorieren. Im Grunde wird mit der Änderungen das liberalisiert, was an vielen Stellen bereits gängige Praxis ist“, erklärt Fritz Otto-Erley, Leiter der FN-Abteilung Turniersport.

Weiterhin wurde beschlossen, aus der Verpflichtung zur Richterrotation eine „Soll“-Bestimmung zu machen. „Das Thema steht aber unter weiterer Beobachtung und bleibt auf der Tagesordnung“, sagte Otto-Erley.