Kaufuntersuchung des Pferdes, Teil I

Drum prüfe...

Der Autor bei der Arbeit: Eine möglichst gründliche Kaufuntersuchung ist im Interesse von Käufer wie Verkäufer. Foto: Genn
...wer sich ewig bindet, ob er nicht etwas bess’res findet! Man hat zuweilen den Eindruck, die „berühmt berüchtigte“ Ankaufsuntersuchung dient vor allem dazu, etwas Nachteiliges zu finden, um den Kauf dann doch nicht wie zuvor abgemacht vollziehen zu müssen. Dass das so nicht stimmt, sondern eine korrekte Kaufuntersuchung des Pferdes im Interesse beider Parteien ist, erläutert Pferdefachtierarzt Hermann Josef Genn aus Mühlen.  
 
Die tierärztliche Kaufuntersuchung des Pferdes soll den aktuellen Gesundheitsstatus eines Pferdes feststellen. Ziel ist es, Krankheitsbefunde aufzudecken, welche die Kaufentscheidung beeinflussen könnten. Durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz vom 01. Januar 2002 ist es vor allem im Interesse des Pferdeverkäufers, den gesundheitlichen Status des Pferdes zum Zeitpunkt des Verkaufs, bzw. der Ablieferung, von einem Tierarzt dokumentieren zu lassen.  
 
Sachmängel dokumentieren
Da sämtliche viehkaufrechtlichen Sonderregelungen im Gesetz ersatzlos gestrichen wurden, ist das Haftungspotential des Verkäufers enorm gestiegen. Er muss den Nachweis erbringen, dass das Pferd frei von erkennbaren Sachmängeln war. Vor diesem Hintergrund hat die Bedeutung der tierärztlichen Kaufuntersuchung juristisch gesehen noch einmal zugenommen.  
 
Die Neuregelung privilegiert ohne Zweifel die Käufer von Pferden. Ihnen kann, wenn man allein eine rechtliche Perspektive zu Grunde legt, nichts Besseres passieren, als mit einem nicht untersuchten Pferd vom Hof des Pferdeverkäufers zu fahren. Alle Mängel, die dem Käufer zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bekannt sind, können später nicht mehr von ihm rechtlich geltend gemacht werden. Daher muss der Verkäufer umso mehr ein großes Interesse an einer umfangreichen Kaufuntersuchung haben, um juristisch abgesichert zu sein.  
 
Seitens des Tierarztes sollten alle Mängel dokumentiert und mitgeteilt werden. Eine umfangreiche Aufklärung der Parteien ist mehr als ratsam. Nur so kann bewiesen werden, dass ein später auftretender Mangel bei Vertragsabschluss noch nicht vorlag.  
 
Im ersten Teil dieser Abhandlung (erscheint in pferdeforum Nr.1-2008) geht Dr. Genn auf die juristischen Rahmenbedingungen der Kaufuntersuchung ein und erläutert die erste Phase der klinischen Untersuchung, die sog. Allgemeinuntersuchung. In der dann folgenden Februarausgabe beschreibt und begründet Dr. Genn den Ablauf der speziellen Kaufuntersuchung einschließlich der obligatorischen Röntgenaufnahmen.  
 
 
 

Branchenbuch

PferdeShop

Verbände

Kleinanzeigen