Pferdekaufrecht

Röntgenklasse III ist kein Mangel

Kann dem "Kaputt Röntgen" Einhalt geboten werden? Foto: horsesinmedia/Lenz
Verkäufer können aufatmen! Wenn ein Pferd zum Zeitpunkt des Verkaufes lediglich in Röntgenklasse III einzustufen ist, aber keine klinischen Erscheinungen zeigt, so ist es nicht allein wegen der Röntgenbilder mangelhaft.

Ein Käufer kaufte von einem Gestüt einen Araber-Berber. Im Rahmen einer Ankaufsuntersuchung wurde eine positive Beugeprobe festgestellt, woraufhin Röntgenbilder gefertigt wurden und der Tierarzt diese Bilder in Röntgenklasse I einstufte. Der Kauf kam zustande. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass der Tierarzt den röntgenologischen Befund falsch beurteilte; er hätte in Röntgenklasse III eingestuft werden müssen.

Der Klage des Käufers gegen den Verkäufer auf Rückabwicklung wurde zunächst vor dem Landgericht Gießen stattgegeben (Aktenzeichen - 4 O 364/04 -). Das Landgericht argumentierte dahingehend, dass das Pferd als Reitpferd mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht belastbar und deshalb mangelhaft sei. Es sah das Vorliegen eines erhöhten Risikos für das Auftreten von Lahmheiten als ausreichend an.
Von RA Susanne Güldenpfennig-Hinrichs. Fortsetzung in pf 3/2007.

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