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Gemeinde Wardenburg
26.06.2008 | 06:00

Bald noch pferdefreundlicher?

Der Einladung der Gemeinde Wardenburg (Landkreis Oldenburg) zu einem ersten Treffen zum Thema Reitwegekonzept waren gut 30 aktive Pferdefreunde, aber auch Vertreter anderer Verbände ins Wardenburger Rathaus gefolgt. Der stellvertretende Bürgermeister, Frank Speckmann, steckte die Ziele ab: Noch pferdefreundlicher wolle man werden, die Region über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt machen und Nutzungskonflikte zwischen Reitern und anderen Gruppen vermieden.
 
"Das Pferd hat in Wardenburg eine lange Tradition - und heute stellt es einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Pferdebesitzer kaufen Heu und Stroh, pachten Weiden, erwerben Zubehör - und stützen damit die heimische (Land-) Wirtschaft", betonte Speckmann einleitend. Seit einem Antrag aus dem Jahr 2005 von Gemeinderatsmitglied Kora Heißenberg befasst sich die Gemeinde mit den Reitern und Fahrern; geplant sind u.a. die Erarbeitung einer Broschüre und Karte für Wanderreiter. Eine erste Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest, die unlängst Reitwege aus der Region ins Internet gestellt hat (www.reiten-im-naturpark.de) , habe man aufgegeben, “da vieles ausschließlich am grünen Tisch geplant wurde. Wir möchten die Pferdefreunde aber aktiv beteiligen”, begründete Speckmann. 
 
Schon bei der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass viele Pferdefreunde eine spezielle Ausweisung von Reitwegen nicht für notwendig erachten. “Wir genießen in Niedersachsen ein sehr liberales Reitwegerecht - das uns das Reiten auf den meisten Wegen in der Gemeinde sowieso erlaubt. Und in einigen Gebieten wie dem Litteler Forst oder dem Tüdick bestehen bereits seit zwölf Jahren ausgewiesene Reitwege, um Konflikte mit Fußgängern zu vermeiden.” 
 
Wege verknüpfen
“Uns geht es hier ganz gut, was das Reiten und Fahren im Gelände betrifft”, fasste eine Stallbesitzerin zusammen. Mit ein wenig Rücksichtnahme auf allen Seiten könne man das Miteinander stärken und verhindern, das die Pferdefreunde ausgegrenzt werden.
 
Gewünscht wurde seitens der Reiter eine Vernetzung zu Reitwegen anderer Gemeinden, um auch längere Strecken nutzen zu können.  Als positives Beispiel nannte man das Emsland, das bereitbare Wege mit kleinen Schildern (mit GPS-Angaben) auch für auswärtige Reiter ausweist. Außerdem sollten Gefahrenpunkte minimiert und so die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gefördert werden. Gut sei auch, das gastronomische Angebot für Wanderreiter weiter auszubauen.
 
“Ich bin sehr positiv überrascht, wie viel Pferdefreundliches wir in Wardenburg schon haben”, freute sich Frank Speckmann. In einem Arbeitskreis soll nun ein Fragebogen erarbeitet werden, um alle Pferdehalter in der Gemeinde nach ihren Wünschen befragen zu können. Auf Nachfrage bestätigte er deutlich, dass die Daten in keiner Hinsicht dazu verwendet werden sollen, Pferdehalter zwecks Besteuerung zu erfassen.
Der Arbeitskreis wird in der zweiten Junihälfte wieder tagen - pferdeforum berichtet weiter über die Entwicklung in Wardenburg.
Susanne Posch

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